Spielen unter Linux – neue Distros



1: Solus

Solus Project Distribution, Desktop Budgie. Solus ist ein neues Linux ohne Abhängigkeit zu einer anderen Distribution.

Budgie ist dabei eine der spannensten Neuentwicklungen: Der auf dem Gnome 3 Stack basierende Desktop, kommt mit frischer Handhabung und smarter Erscheinung. Dank der integrierten Steam-Runtime  kann zwischen 64- und 32 Bit hin-und her gewechselt werden, je nach Spiel führt das zu besserer Performance.

In den Benchmarks erreicht Solus immer öfter höhere FPS-Zahlen als Ubuntu oder SteamOS, was hauptsächlich am Clear Linux Projekt liegen dürfte.

Für den Einstieg ist Solus dennoch nicht wirklich geeignet, weil es unter der Haube vieles anders macht als Ubuntu & Co. So sind zum Beispiel auch die bekannten Paketmanager für „RPM“ oder „DEB“ nicht dabei.  Solus nutzt „eopkg„, ein Fork des PiSi Paketmanagers.

Gaming Tauglichkeit:

Hoch. Solus wird zwar nicht offiziell von Steam unterstützt, aber der Chefentwickler setzt sich für bessere Spielperformance ein. Mit speziellen Tools und tiefgreifenden Library-Anpassungen (Clear Linux Project) wird die Forderung konkretisiert. Das Software-Center von Solus hat eine in Genre aufgeteilte Spiele-Sektion integriert, inklusive Konsolen-Emulatoren und Steam.



2: Deepin

Deepin wird in China entwickelt. Deepin kann je nach Taskleisten-Design mit einem Windows 10 verglichen werden, wobei die Systemeinstellungen rechts aus dem Rand hervor „ploppen“, ohne neue Fenster öffnen zu müssen. Aktuelle Version ist Deepin 15.3.

Deepin pfeifft auf klassiches Open Source à la „LibreOffice“ und bringt die proprietäre „WPS Office Suite für Linux“ als Standard mit. Dies ist eine chinesische Kopie von Microsoft Office, die derzeit ausschließlich MS-Formate unterstützt, keine ODFs. Zudem hat Deepin eigene Tools oder Forks für Video, Musik und Foto im Gepäck.

2017 wird Deepin höchstwahrscheinlich weiter an Bekanntheit zulegen, denn bisher sind noch nicht viele Linuxuser auf Deepin aufmerksam geworden. Letztlich stellt sich aber die Frage, ob Deepin es schaffen kann eine große englischsprachige Community zu erreichen. Immerhin ist die „Muttersprache“ von Deepin nach wie vor Chinesisch.

Gaming Tauglichkeit:

Niedrig bis Mittel. Es fehlten in Vergangenheit neuste Linux NVidia-Treiber in der Treiber-Auswahl; die Ubuntu Graphics-PPA ist nicht benutzbar weil Deepin auf Debian basiert. Die chinesischen Distributoren setzen sich (noch) zu wenig für Gaming ein, und das obwohl Steam sogar vorinstalliert ist.


3: Ubuntu Budgie

Ubuntu Budgie ist mit Ubuntu 16.10  zur offiziellen UBUNTU Distro geworden, es gehört jetzt offiziell zum Ubuntu-Universum. Hauptunterschied zu Mama-Ubuntu: Der Desktop „Budgie“.

Budgie ist ein Gnome Fork basierend dem Gnome 3 Stack. Budgie setzt auf schlichte Eleganz mit einer Taskleiste am oberen Bildschirmrand und Einstellungen auf der rechten Seite. Budgie ist auch optimiert auf Geschwindigkeit und gilt als sehr schnell.

Seit Release von Gnome 3 und Spaltung der Ubuntu-Community ist weiterhin Platz für neue Desktop-Umgebungen. Spätestens mit dem Release von Ubuntu Budgie 18.04 LTS im Jahr 2018 sollte der Durchbruch geschafft sein.

Gaming Tauglichkeit:

Hoch, als Ubuntu-Abkömmling ist die Gaming-Integration ebenso gut sein wie bei Ubuntu.

 


4: KDE Neon

KDE Neon basiert auf Ubuntu – es gibt diese Distro seit 2016, ist also noch „brandneu“. KDE Neon macht sich das Ubuntu-Repository zu Nutze (ist aber kein offizielles Ubuntu) und gibt den neusten KDE Plasma Desktop zum Besten.

KDE Neon kann durchaus als Nachfolger Kubuntus gesehen werden. „Kubuntu“ hatte stets Schwierigkeiten viele Linux-Benutzer zu überzeugen. Jetzt soll KDE Neon hier vieles besser machen.
KDE Neon entsteht rund um den KDE- und Kubuntu Entwickler Jonathan Riddell.

Anders als Kubuntu ist KDE Neon kein offizielles Ubuntu. KDE Neon dürfte nicht nur in die Fußstapfen von Kubuntu treten, sondern begibt sich auf direktem Weg auf die Überholspur, KDE Plasma sei Dank.

Gaming Tauglichkeit:

Hoch, als Ubuntu-Abkömmling dürfte die Gaming-Intragration ebenso gut sein wie bei Ubuntu.

 


5: Antergos

Antergos arbeitet nach dem Prinzip „Keep it simple, stupid!“ und ist der Nachfolger von „Cinnarch„. Antergos setzt im Unterschied zu „Manjaro“ 100% auf die bestehenden Arch-Repositories und bringt nur wenige eigene Pakete mit. Antergos möchte ebenso wie Manjaro das Arch Linux mit grafischen GUIs vereinfachen.

Man kann Antergos mit Ubuntu in der Handhabung der Distributions-Abhängigkeiten verglichen: Ubuntu setzt dabei auf Debian Basics, Antergos setzt auf Arch Basics. Ubuntu hat den Desktop-Markt eingenommen, während Debian den Servermarkt dominiert.

Gaming Tauglichkeit:

Mittel. Antergos als Nicht-Ubuntu leidet an mangelndem Support und ist nicht so geschmeidig im Bezug auf die Grafiktreiber: Man erhält zwar immer die neusten Grafiktreiber, aber ein Treiber Downgrade – wenn beispielsweise der neuste proprietäre Nvidia GraKa-Treiber Probleme verursacht – ist nicht so einfach, weil die Abhängigkeiten durcheinander geraten können.

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