Erfolgreich weiterbilden: Warum sich Schulungen und Trainings auszahlen



Unternehmen investieren so viel in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter wie nie zuvor. Dennoch fragen viele Personalmanager und Geschäftsführer nach dem Return-on- Investment: „Zu teuer“, lautet eine landläufige Befürchtung. Tatsächlich? Um mit der Digitalisierung Schritt zu halten, ist lebenslanges Lernen im Arbeitsleben heute unersetzlich. Firmeninterne Trainings, externe Präsenzschulungen und offene Seminare im IKT-Bereich bieten Mehrwerte, von denen nicht nur die Teilnehmer profitieren. Und das zahlt sich aus.

Vom professionellen Umgang mit Softwareanwendungen über die Arbeit mit komplexen Datenbanken und Business Intelligence-Tools bis zu speziellen Programmierkenntnissen – kaum eine Berufsgruppe kommt ohne IKT-Kenntnisse aus. Die Digitalisierung befeuert einen technischen Wandel, der weder vor der Produktion noch vor der Buchhaltung halt macht. Trends wie die sogenannte Industrie 4.0 verändern nicht nur Fertigungsprozesse, in denen Maschinen und Computer miteinander vernetzt werden. Digitale Technologien verändern auch die Gestaltung von Arbeitsplätzen ebenso wie die Büro- und Wissensarbeit selbst. Zugleich sind sie Hilfsmittel bei zunehmend komplexen Arbeitsabläufen. Disruptive Veränderungen treffen Unternehmen heute im Zuge der digitalen Transformation immer schneller.

Blockchain, Robotik und KI stellen altbewährte Geschäftsmodelle infrage

Innovationssprünge werden häufig krisenhaft erlebt. „Oft betrachten wir das Neue mit alten Augen und verkennen, dass der Fortschritt uns selbst verändert“, schreibt der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar in seinem neuen Buch „Nächste Ausfahrt Zukunft“. Um auf dem Markt von morgen wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen deshalb die digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter schulen. Denn: Nicht Daten sind das neue Öl – um mit dem Credo der digitalen Revolution, das durch Konferenzräume und Führungsetagen rauscht, aufzuräumen. Sondern die Menschen, die die digitalen Informations- und Kommunikationstechniken versiert nutzen und in ihre Arbeitsweise einbauen können, um ihr Unternehmen oder die Organisation mit innovativen, IT-basierten Lösungen weiterzuentwickeln.

Digitale Revolution bringt die hohe Zeit der Personalentwicklung

Lernen und Arbeiten verzahnen sich im Beruf immer mehr miteinander, beobachten Arbeitsmarktexperten. Stets auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, ist eine Daueraufgabe: Das gestern erworbene Wissen ist morgen schon veraltet. Weil Veränderungen in immer schnellerer Geschwindigkeit stattfinden, gründen Wachstum und Agilität künftig mehr denn je auf dem Engagement und den Fähigkeiten der Mitarbeiter, heißt es in der Deloitte-Studie „Global Human Capital Trends 2017“. Zugleich wird der Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte immer härter. Seit Jahren hinkt Deutschland im Ländervergleich schon in der Schulausbildung in Sachen Digitalisierung hinterher. Derzeit fehlen nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom rund 51.000 IT-Spezialisten. Und die Nachfrage wird im nächsten Jahrzehnt noch steigen, sagen Prognosen.

Personalmanager und Geschäftsführer erkennen längst schon einen entsprechend großen Weiterbildungsbedarf. Die jüngste Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: 8 von 10 Unternehmen in Deutschland investieren in die
Qualifizierung ihrer Mitarbeiter. Ihre Motive:

  • Stärkung der Arbeitsgeberattraktivität: Mehr als 85 Prozent der Unternehmen wollen durch Weiterbildung die Motivation und Arbeitszufriedenheit ihrer Mitarbeiter erhöhen.
  • Investitionsmotive: Anpassung der Qualifikation der Mitarbeiter an neue Technologien oder veränderte Arbeitsorganisation.

Hinzu kommt ein weiteres Phänomen, das HR-Experten so beschreiben: Nie zuvor war die Bandbreite an Altersklassen in den Belegschaften so breit wie heute. Von „Silver Surfern“ bis zur „Generation Y“ beschäftigen Unternehmen viele ältere und zugleich sehr junge Mitarbeiter. Die Gruppen unterscheiden sich soziologisch betrachtet deutlich hinsichtlich ihrer Werthaltungen,  ihrer Arbeitsweise und ihrem Selbstverständnis. Während die einen an die flächendeckende Nutzung neuer digitaler Hilfsmittel und damit verbundene Prozessumstellungen herangeführt werden müssen, sind die anderen mit digitalen Technologien aufgewachsen. Fühlen sich die Älteren in Schulungen angesichts der Lerngeschwindigkeit der jüngeren Kollegen schnell überfordert, halten die Jüngeren die Idee des lebenslangen Lernens und die Förderung ihrer persönlichen Weiterentwicklung durch den Arbeitgeber für selbstverständlich.

„Beide benötigen und fordern Weiterbildung ein“, sagt Regina-Viola Frey, Wissenschaftlerin für Human Ressources Management und Marketing. „Sie möchten ihr Potenzial voll entfalten und in den Dienst des Unternehmens stellen – wenn auch womöglich auf ganz unterschiedliche Art und Weise.“ Für Personalmanager und Geschäftsführer bedeutet das: Mitarbeiter passgenau beim Wissensaufbau im IT-Bereich zu unterstützen. Das lassen sich Unternehmen einiges kosten.

Ausgaben für Weiterbildungsmaßnahmen steigen

Trainings und Schulungen müssen in der beruflichen Bildungslandschaft weitgehend mit Bordmitteln finanziert werden. Allein im Jahr 2016 hat die deutsche Wirtschaft 17,6 Milliarden Euro direkte Kosten für Teilnahmegebühren oder Dozenten-Honorare aufgewendet – so viel wie nie zuvor, sagt das Institut der Deutschen Wirtschaft. Statistisch gesehen sind das pro Mitarbeiter gut fünf Prozent mehr als im Vorjahr, rechnet das IW vor. Allerdings ist das lediglich ein Durchschnittswert. Tatsächlich sind es der Erhebung zufolge wenige, die mit großem Engagement gefördert werden. Denn wie viel ein Unternehmen in die Weiterbildung eines Mitarbeiters investiert, hängt davon ab wie dieser qualifiziert ist und wie groß das Unternehmen ist, bei dem es beschäftigt ist. Kein Wunder also, dass Personalmanager und Geschäftsführer unter dem allgemeinen wachsenden Kostendruck zunehmend Stellung beziehen und den Nutzen von Weiterbildungsmaßnahmen nachweisen müssen.

Wie der Lerntransfer an den Arbeitsplatz gelingt

Wird das neue Wissen wirklich da angewendet, wo es gebraucht wird? Das werden wir als Weiterbildungsanbieter häufig gefragt. Tatsächlich zeigen wissenschaftliche Studien, dass nur 10 bis 15 Prozent des Gelernten in berufliche Leistungen umgesetzt werden. Lediglich eine von zehn vermittelten Verhaltensweisen findet im Arbeitsalltag Anwendung. Lernforscher und Kognitionspsychologen sind sich hingegen heute einig, dass wir lebenslang Neues lernen können. „Unser Gehirn behält seine Plastizität ein Leben lang bei“, erklärt der Neurowissenschaftler Gerd Kempermann von der Technischen Universität Dresden, der die Neubildung von Nervenzellen erforscht. Der Lerntransfer, also die Anwendung neuen Wissens und ertüchtigter Fähigkeiten im Berufsalltag, beschäftigt Forscher seit langem. Es haben sich verschiedene Erfolgsfaktoren für einen
nachhaltigen Transfer herauskristallisiert, die auf empirischen Befunden gründen. Sie lassen sich auf eine einfache Formel bringen: Weiterbildungsmaßnahmen entfalten ihren Nutzen am wirkungsvollsten, wenn die Teilnehmermotivation, die Trainingsinhalte und die Unterstützung im Unternehmen stimmen. Sie macht deutlich: Lernerfolg ist keine Einbahnstraße. Beide Seiten – der zu schulende Mitarbeiter wie das Unternehmen – tragen maßgeblich dazu bei, dass sich Trainings und Schulungen bezahlt machen.

1. Erfolgsfaktor: Hohe Teilnehmermotivation

„Trainingsteilnehmer, die vom persönlichen Nutzen des Trainings überzeugt sind, transferieren die neu erlernten Kompetenzen viel eher als Teilnehmer, die von der Relevanz nicht überzeugt sind“,

Das schreibt Simone Kauffeld, Professorin für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie in einer Studie. Das heißt, neben der persönlichen Bereitschaft, sich weiter zu bilden und sich auf Neues in der eigenen Arbeitsroutine einzulassen, spielt auch eine entscheidende Rolle, ob die Schulungsinhalte auf die Bedürfnisse des Mitarbeiters und sein Anwendungsfeld zugeschnitten sind.

2. Erfolgsfaktor: Optimal zugeschnittene Trainingsinhalte

Auch müssen Schulungsziele und angewandte Methoden oder Instrumente übereinstimmen. Unserer
Erfahrung nach lohnt es sich, Trainingsanforderungen und Inhalte im Vorfeld einer
Schulungsbuchung sorgfältig abzustimmen. Dazu gehört auch, den Dozenten ein genaues Bild vom
Wissensstand und der mit dem Training verbundenen Ziele zu vermitteln.

3. Erfolgsfaktor: Nachhaltige Unterstützung im Unternehmen

Schließlich ist eine Weiterbildung umso effektiver, je besser der Schulungsteilnehmende durch Vorgesetzte und Kollegen im Unternehmen unterstützt wird. Das zeigen Studien. Das betrifft nicht allein die Entlastung im Tagesgeschäft und die Erledigung von Aufgaben während der Abwesenheit vom Arbeitsplatz, die dem Mitarbeiter ausreichend Ruhe gewährt, sich auf die Schulung zu konzentrieren. Dazu gehört auch ein vernünftiges Erwartungsmanagement: Die Wirksamkeit der Weiterbildung tendiert gegen Null, wenn der Mitarbeiter nicht ausreichend Zeit und Anerkennung im Nachgang der Weiterbildung erhält, um sein neues Wissen ins Unternehmen hinein zu tragen und das Gelernte im beruflichen Alltag anzuwenden.

Wer in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiert, punktet mehrfach

Die Schlussfolgerung für Personalmanager und Geschäftsführer lautet: Das Unternehmen kann von der Weiterbildung seiner Mitarbeiter in mehrfacher Hinsicht profitieren, wenn Training oder Schulung gut auf die Mitarbeiter abgestimmt sind. Die organisationswissenschaftliche Forschung zeigt, dass Mitarbeiter produktiver sind, wenn sie durch Wissensaufbau und Kompetenzerweiterung gefördert werden. Das führt nicht nur zu mehr Zufriedenheit, sondern trägt auch zur stärkeren
Verbundenheit mit dem Unternehmen bei. „Mitarbeiter, die Weiterbildungsangebote positiv aufnehmen und als Investition des Unternehmens in ihre Person wahrnehmen, revanchieren sich mit positivem Verhalten“, sagt HR-Forscherin Frey. Für Unternehmen, die mit der Zeit gehen und sich auf den Digitalisierungstrend einstellen müssen, ist die hohe Schule der Personalentwicklung gekommen. Qualifizierte Weiterbildung ist der Schlüssel dazu.

Zusammenfassung
Titel
Erfolgreich weiterbilden: Warum sich Schulungen und Trainings auszahlen
Abstract
Digitale Technologien verändern auch die Gestaltung von Arbeitsplätzen ebenso wie die Büro- und Wissensarbeit selbst. Disruptive Veränderungen treffen Unternehmen heute immer schneller. Mit der Digitalisierung kommt die hohe Schule der Personalentwicklung. Wir zeigen, warum sich Schulungen und Trainings auszahlen und wie Unternehmen von der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter profitieren.
Autor
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GFU Cyrus AG
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